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Mühsamer "Kantönligeist"
30.03.2012, 20:55
Beitrag: #1
Mühsamer "Kantönligeist"
"Kantönligeist" (und manchmal noch ein noch engerer) hat ja durchaus seine guten und schönen Seiten. Trotzdem wäre es wohl angesagt, diesen "Kantönligeist" mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und zu prüfen, inwieweit dieser im Heute überhaupt noch weiter erhalten bleiben, oder eben besser endlich mal abgeschafft werden sollte.

Ein solcher alter Zopf, welcher m.E. dringendst abgeschafft gehörte, ist die kantonal geregelte Hundegesetzgebung. Anstelle der 26 kantonalen Hundegesetze sollte man doch endlich ein nationales Hundegesetz erwarten dürfen. Für alle HundehalterInnen, welche hie und da über irgendwelche Kantonsgrenzen hinaus unterwegs sind (und das dürfte wohl die überwiegende Mehrheit sein), ist die aktuelle Situation eine schlichte Zumutung.
Theoretisch müsste man sich heute als Hundebesitzer also jedesmal, bevor man eine Reise antritt, schlau machen über all die kantonalen Hundegesetze unterwegs. Bei meinem Ausflug in's Tessin und zurück hätte ich diese Woche also erst mal 7 oder 8 Hundegesetze studieren und im Kopf behalten müssen; oder aber ich schleppe neben Hund und weiteren Dingen auch noch gleich einen Laptop oder sonst ein modernes Empfangsgerät mit mir und schaue dann jeweils vor Ort vor dem Aussteigen noch erst im Internet nach, wie das denn nun gerade ist. Auch jene Leute, welche Hunde vielleicht nicht so mögen, müssen doch zugeben, dass ich nicht übertreibe, dass der Ist-Zustand mit dieser kantonalen Gesetzgebung aus der Zeit, wo die Leute noch nicht so Autos besassen wie heute, endlich vernünftig geregelt gehört. Als vernünftig betrachte ich in diesem Fall, all die Ärgernisse und Missverständnisse, welche durch die aktuell bestehenden kantonalen Regelungen tagtäglich entstehen, durch ein nationales Hundegesetz ein für allemal aus der Welt schaffen zu können. Ein Hundegesetz ist okay, aber 26 auf einer so engen Fläche das ist doch einfach bescheuert und einfach unzumutbar schikanös.

Am 6. Dezember 2010 berichtet die NZZ in ihrer Ausgabe darüber, dass der Nationalrat den Antrag für ein einheitliches Hundegesetz im letzten Moment doch noch bachab geschickt hat. Welche Lobbies da wohl erfolgreich im Hintergrund gewirkt haben mögen? -



Seit jenem denkwürdigen Fehlentscheid begann in vielen Kantonen emsiges Überarbeiten ihrer gesetzlichen Regelungen. Rassistische Hundelisten oder so was Ähnliches schossen aus dem Boden, die Haltergebühren wurden bei dieser Gelegenheit vielerorts angehoben und viele verschärften auch gleich noch aufgrund irgendwelcher Kriterien und/oder Überlegungen ihre bestehenden kantonalen Gesetze. Anstatt Konflikte zu reduzieren, hat der Nationalrat mit seinem damaligen Entscheid eher noch Öl in's Feuer gegossen und die Lage also verschlimmert.
Mit den inzwischen gemachten Erfahrungen müsste dies doch auch im Nationalrat eingesehen werden, oder was meint Ihr? Braucht es da erst weitere Jahrzehnte Erfahrung und dann noch diverse Studien, Abklärungen und Diskussionen, bevor vielleicht die Kinder unserer Ur-Enkel, wenn wir (und unsere Hunde sowieso) also wohl schon längst verstorben sind, sich über ein einheitliches Hundegesetz und somit einer klaren Regelung in der Schweiz freuen dürfen?
Schönes Wochenende allerseits!
lg, mod

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Mühsamer "Kantönligeist" - Mod - 30.03.2012 20:55
Gesetzesflut - Mod - 02.04.2012, 07:00

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