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Das Ende unserer Direkten Demokratie?
19.06.2012, 20:23 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27.06.2012 18:57 von Mod.)
Beitrag: #1
Das Ende unserer Direkten Demokratie?
Ich fühle mich noch immer etwas verkatert wegen dem hinter uns liegenden Abstimmungswochenende. Nein, nicht die Resultate brachten mich auf die Palme, sondern die erschreckend geringe Wahlbeteiligung.

Im Bezirk Bremgarten betrug die Stimmbegteiligung gerade mal noch 32,9 Prozent; im Bezirk Muri gar nur 30,4 Prozent. Noch nicht einmal mehr ein Drittel der Stimmberechtigten erachtete es offenbar als wichtig genug, an der Urne zu den vorliegenden Sachgeschäften Stellung zu nehmen. In Uezwil war es mit 24,9 Prozent gar weniger als ein Viertel. Also mir gibt sowas schwer zu denken; Euch nicht? -

Ihr geht wohl die Meisten mit mir einig, wenn ich sage, dass wir mit der Direkten Demokratie eins der besten von den bestehenden politischen Systemen besitzen? - Was aber, wenn unser Volk sich nun nicht mehr an dieser Direkten Demokratie beteiligt, wenn es den Abstimmungen einfach fern bleibt? - Da entscheidet dann also eine kleine Minderheit "im Namen des Volkes" für oder gegen etwas. Ob ein Geschäft nun also angenommen oder verworfen wird, verkommt so doch zu einer reinen Geld- oder Glücksache, oder sehe ich das falsch?

Was für einen Wert, frage ich mich, hat ein System, wenn es von der Mehrheit des Volkes nicht mehr benutzt, gelebt und gestützt wird? - Wie lange kann/wird das System der Direkten Demokratie so noch überleben? Was meint Ihr?
Noch vor meiner Zeit soll es mal so gewesen sein, dass Stimmbürger, welche ihrer Bürgerpflicht mit der Stimmabgabe nicht nachkamen, ein Bussgeld zu entrichten hatten. Muss es tatsächlich erst der Mehrheit unserer Gesellschaft völlig schlecht gehen, bevor wir uns mal schonungslos vertieft mit unserem eigenen Verhalten und dessen Folgen auseinandersetzen? Wie man wohl Dich dazu bringen könnte, Dich einmal tiefer mit einem Thema auseinandersetzen zu wollen?

Klar: Solche Auseinandersetzungen, welche nicht an der Oberfläche hängen bleiben, die können sich zuweilen ganz schön unangenehm anfühlen und auch Konsequenzen nach sich ziehen. Wohl nicht zuletzt deswegen versuchen leider viele unter uns, tiefere Auseinandersetzungen/Diskussionen/Gespräche tunlichst zu vermeiden, resp. ihnen aus dem Weg zu gehen; oder, um nicht abzuschweifen, sie bleiben eben Abstimmungen fern, weil es ihnen zu aufwändig ist, sich mit all den verschiedenen Themen auseinander zu setzen.

Jeder von uns nimmt innerhalb unserer Gesellschaft alltäglich den Kampf auf gegen dies oder jenes. Wieviele es wohl inzwischen sein mögen, welche tagtäglich auch den Kampf gegen die Denkfaulheit (die eigene, wie auch jene anderer) aufnehmen?
Eins scheint mir sicher zu sein: Wenn es nicht bald mehr Leute davon geben wird, die gegen Denkfaulheit/Dummheit in's Feld ziehen, dann können/müssen wir uns wohl bald mal von der Direkten Demokratie verabschieden. Übertreibe ich, oder seht Ihr das vielleicht auch so ähnlich?

Übrigens bin ich von wegen "Direkte Demokratie" zufällig noch über einen interessanten Link im Netz gestolpert. Vielleicht schaut der eine oder andere von Euch ja mal rein und findet etwas, worüber wir hier weiter diskutieren könnten. ;-)


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Das Ende unserer Direkten Demokratie? - Mod - 19.06.2012 20:23

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